Zur Edition

Interpreten haben bei Repertoirewerken häufig die Wahl zwischen spielpraktischen und eher wissenschaftlich orientierten Ausgaben. Dies gilt auch für die Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, die heute in verschiedenen Editionen vorliegen, so auch in der Ausgabe von Heinz Lohmann, die ab 1967 bei Breitkopf & Härtel erschien und in ihrer Konzeption bereits einen Schulterschluss zwischen Praxis und Urtext versuchte.

Urtext auf aktuellem Stand, historisch informiert, ediert mit Blick auf die Praxis
Mehr als 40 Jahre später sind die Anforderungen an eine Urtext-Neuausgabe der Bach-Orgelwerke keinesfalls geringer geworden. Neben den Ergebnissen der Bach- und der Quellenforschung rücken heute verstärkt Aspekte einer historisch informierten Aufführungspraxis in den Blickpunkt. Neben diesen Anforderungen spielen äußere Kriterien wie Format, Papier, eine kompakte lese- und wendefreundliche Einteilung, die zudem ein rasches Erfassen musikalischer Zusammenhänge ermöglicht, eine wesentliche Rolle bei Studium, Unterricht und Konzertvortrag. Die Neuausgabe bei Breitkopf & Härtel will diesen Ansprüchen gerecht werden. Sie umfasst neben dem Kernbestand des Repertoires auch alle Clavierwerke Bachs, die ein selbstständiges Pedal erfordern. Darüber hinaus sind alle authentischen Frühfassungen und auch die fragmentarisch überlieferten Werke aufgenommen sowie bei zweifelhaften Werken diejenigen Stücke, die heute mit einiger Sicherheit Bach zugeschrieben werden können.