Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)

In der zweiten Hälfte des 18. Jh. genoss der „Hamburger Bach“, insbesondere durch seine Kompositionen und sein Lehrwerk Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen, Bewunderung und erlangte größere Bekanntheit als sein Vater Johann Sebastian.

Carl Philipp Emanuel Bachs allgemeine Forderung nach Gefühlsausdruck kann als zeitlos gültig betrachtet werden: Aus der Seele oder Empfindung die Finger gleichsam reden lassen, um die Zuhörer in die Leidenschaft zu versetzen, die der Komponist zu erregen gesucht hat.

Mit einer komplexen musikalischen Struktur, bisweilen über die übliche Harmonik und Modulationspraktik hinausgehend, wandte er sich gegen den damals bevorzugten einfachen Stil der italienischen Opera buffa.

Die nachfolgende Komponistengeneration um Haydn, Mozart und Beethoven war deutlich von seinem Schaffen beeinflusst. In einem Brief an den Verleger Gottfried Christoph Härtel schrieb Beethoven: Von Emanuel Bachs Klavierwerken müssen einige jedem wahren Künstler gewiss nicht allein zu hohem Genuss, sondern auch zum Studium dienen. Bach betrieb zu Lebzeiten intensiv eigene verlegerische Arbeit. Er pflegte darüber hinaus eine enge Verbindung zu Johann Gottlob Immanuel Breitkopf in Leipzig. So erschienen dort Sechs Sonaten für Kenner und Liebhaber, das Oratorium Die Israeliten in der Wüste sowie die Vierstimmigen Choralgesänge seines Vaters Johann Sebastian im Druck.