Cahier des équilibres mouvants
[2Vl,Va,Vc] 2025 Dauer: 19′ Erscheint Ende April 2026
Beschreibung
Auf Anregung des wunderbaren Kuss Quartetts kehre ich nach längerer Zeit wieder zur Gattung des Streichquartetts zurück – zu jener kammermusikalischen Besetzung, die in ihrer Konzentration, Homogenität und unerschöpflichen Klangvielfalt seit Jahrhunderten als besonderer Ort musikalischen Denkens gilt.
Der Titel Cahier des équilibres mouvants – „Heft der sich wandelnden Gleichgewichte“ – verweist dabei auf eine formal eng verzahnte Sammlung sich beständig transformierender musikalischer Zustände.
Ausgangspunkt war die Idee des ökologischen Gleichgewichts. Es beschreibt, wie Ökosysteme, in dem Arten mit anderen Arten und ihrer Umwelt koexistieren, in einem Zustand der Stabilität organisiert sind. Ökosysteme sind aber nicht unveränderlich: Störungen und unerwartete Kettenreaktionen können auftreten, obwohl sich Ökosysteme normalerweise wieder zu einem Zustand des ökologischen Gleichgewichts, der aber nicht dem Ausgangszustand entsprechen muss, erholt. Dieses Thema in all seiner Komplexität ist gerade in Zeiten der Klimaerwärmung und der weltweiten Zerstörung natürlicher Habitate so dringlich.
Diese Metapher - die Transformation, der Mischzustand, die wankende Stabilität eines Ökosystems interessieren mich kompositorisch ungemein. Ich stelle mir das Streichquartett als komplexes, resilientes System vor: vier eng miteinander verbundene Stimmen, die sensibel, elastisch und unerwartet aufeinander reagieren können. Störungen und Verschiebungen gehören dabei zum Wesen dieses Systems; Gleichgewicht entsteht nicht als Zustand der Ruhe, sondern als Ergebnis fortwährender Anpassung.
Das fünfteilige Werk (I: ca.8' - II: ca. 3' - III: ca. 2' - IV: ca. 4' - V: ca.1') folgt daher weniger einer linearen Entwicklung, sondern besteht aus einem Geflecht aus Übergängen, Transformationen und Zwischenzuständen. Texturen entstehen, verdichten sich, geraten aus der Balance und finden neue Formen der Stabilität – Gleichgewichte, die nur vorübergehend bestehen und sich bereits im nächsten Moment wieder verändern.
In diesem Sinn versteht sich Cahier des équilibres mouvants als musikalische Annäherung an Prozesse der Verwandlung, Anpassung und Koexistenz: ein klangliches Notizbuch fragiler Systeme, wankender Stabilitäten und produktiver Spannung zwischen Ordnung und Veränderung.
EB 9585
Partitur
EAN: 9790004190784
72 Seiten / 23 x 30.5 cm / 292 g / geheftet
EB 9585D
Partitur
EAN: 9790004823866
71 Seiten / 23 x 30.5 cm / Digitale Ausgabe
EB 9586
Stimmensatz
EAN: 9790004190791
120 Seiten / 23 x 30.5 cm / 476 g / Mappe
EB 9586D
Stimmensatz
EAN: 9790004823873
113 Seiten / 23 x 30.5 cm / Digitale Ausgabe
Beschreibung
Beschreibung
Auf Anregung des wunderbaren Kuss Quartetts kehre ich nach längerer Zeit wieder zur Gattung des Streichquartetts zurück – zu jener kammermusikalischen Besetzung, die in ihrer Konzentration, Homogenität und unerschöpflichen Klangvielfalt seit Jahrhunderten als besonderer Ort musikalischen Denkens gilt.
Der Titel Cahier des équilibres mouvants – „Heft der sich wandelnden Gleichgewichte“ – verweist dabei auf eine formal eng verzahnte Sammlung sich beständig transformierender musikalischer Zustände.
Ausgangspunkt war die Idee des ökologischen Gleichgewichts. Es beschreibt, wie Ökosysteme, in dem Arten mit anderen Arten und ihrer Umwelt koexistieren, in einem Zustand der Stabilität organisiert sind. Ökosysteme sind aber nicht unveränderlich: Störungen und unerwartete Kettenreaktionen können auftreten, obwohl sich Ökosysteme normalerweise wieder zu einem Zustand des ökologischen Gleichgewichts, der aber nicht dem Ausgangszustand entsprechen muss, erholt. Dieses Thema in all seiner Komplexität ist gerade in Zeiten der Klimaerwärmung und der weltweiten Zerstörung natürlicher Habitate so dringlich.
Diese Metapher - die Transformation, der Mischzustand, die wankende Stabilität eines Ökosystems interessieren mich kompositorisch ungemein. Ich stelle mir das Streichquartett als komplexes, resilientes System vor: vier eng miteinander verbundene Stimmen, die sensibel, elastisch und unerwartet aufeinander reagieren können. Störungen und Verschiebungen gehören dabei zum Wesen dieses Systems; Gleichgewicht entsteht nicht als Zustand der Ruhe, sondern als Ergebnis fortwährender Anpassung.
Das fünfteilige Werk (I: ca.8' - II: ca. 3' - III: ca. 2' - IV: ca. 4' - V: ca.1') folgt daher weniger einer linearen Entwicklung, sondern besteht aus einem Geflecht aus Übergängen, Transformationen und Zwischenzuständen. Texturen entstehen, verdichten sich, geraten aus der Balance und finden neue Formen der Stabilität – Gleichgewichte, die nur vorübergehend bestehen und sich bereits im nächsten Moment wieder verändern.
In diesem Sinn versteht sich Cahier des équilibres mouvants als musikalische Annäherung an Prozesse der Verwandlung, Anpassung und Koexistenz: ein klangliches Notizbuch fragiler Systeme, wankender Stabilitäten und produktiver Spannung zwischen Ordnung und Veränderung.
Uraufführung
Uraufführung: Steindorf am Ossiacher See/Österreich (Carinthischer Sommer), 6. Juli 2026
Auftragswerk von Carinthischer Sommer, Elbphilharmonie Hamburg und Wiener Konzerthaus