Suona fortissimo!
[Suona,Klav,Orch] 2026 Dauer: 20′ Solo: Suona.Klav – 3.2.2.2 – 4.3.3.1 – Pk.Schl(3) – Hfe – Str
Beschreibung
Musik ermöglicht es zwei Menschen, gleichzeitig miteinander zu sprechen, ohne sich gegenseitig zu stören. Im Gegenteil: Ihr Gespräch wird umso reicher, wenn beide in der Lage sind, unterschiedliche Phrasen auszudrücken, die sich harmonisch miteinander verbinden. Opernsänger wissen das sehr gut, wenn sie ihre Stimmen in einem Duett ineinander verweben. Und auch Solisten kennen dieses Prinzip, wenn sie ein Doppelkonzert spielen, etwa Mozarts Konzert für Flöte und Harfe, Mendelssohns Konzert für Violine und Klavier, Brahms’ Konzert für Violine und Violoncello und viele andere.
In diesem Fall stellte ich mir eine Partitur vor, in der sich zwei Solisten überkreuzen und durch ihren Klang auf majestätische Weise zwei weit voneinander entfernte Kulturen verkörpern. Die Suona, die während der Ming-Dynastie (1368–1644) zu besonderer Bedeutung gelangte und als Instrument schlechthin galt, insbesondere aufgrund ihrer Verwendung in der Militärmusik, bevor sie mit der Volksmusiktradition in Verbindung gebracht wurde, ist zweifellos die Königin der traditionellen chinesischen Instrumente. Dies verdankt sie ihrer Fähigkeit, zugleich Kraft und Zartheit, Stärke und Sanftheit, Klarheit und Vielfalt auszudrücken. Sie ähnelt in gewisser Weise der italienischen Ciaramella, einer Art Oboe, besitzt jedoch einen unverwechselbaren und unnachahmlichen Klang.
Das Klavier ist das Instrument schlechthin der westlichen klassischen Musik, dank des gewaltigen Repertoires, das sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts um es herum entwickelt hat, und dank seiner Vollständigkeit, die es ihm ermöglicht, sowohl solistisch aufzutreten als auch mit jedem anderen Instrument in einen Dialog zu treten. Suona Fortissimo! Konzert für Suona, Klavier und Orchester zu komponieren, bedeutete für mich, einen Dialog zwischen zwei Kulturen zu gestalten, indem ich bei ihren weit zurückreichenden Wurzeln ansetzte und eine Möglichkeit erfand, sie miteinander zu verweben, ähnlich dem Flechten eines Korbes aus Weidenruten.
Mitunter gab die chinesische Tradition den Prozess vor, mit Skalen und Rhythmen östlichen Ursprungs. Zu anderen Zeiten war die westliche Musik der wichtigste Bezugspunkt. Häufig regten der charakteristische Klang der Suona und ihre Tendenz, zwischen den Tönen Glissandi hervorzubringen, zusammen mit den modalen Skalen der asiatischen Welt, eine Hinwendung zum Jazz an. Der Jazz erwies sich dabei als eine wunderbare kulturelle Brücke, als ein zusätzlicher Faden, den es in dieses Gewebe einzuflechten galt – vielleicht ein blauer –, für diese freudvolle und intensive Begegnung der Kulturen.
(Nicola Campogrande, April 2026)
MM 2311133
Mietmaterial
Beschreibung
Musik ermöglicht es zwei Menschen, gleichzeitig miteinander zu sprechen, ohne sich gegenseitig zu stören. Im Gegenteil: Ihr Gespräch wird umso reicher, wenn beide in der Lage sind, unterschiedliche Phrasen auszudrücken, die sich harmonisch miteinander verbinden. Opernsänger wissen das sehr gut, wenn sie ihre Stimmen in einem Duett ineinander verweben. Und auch Solisten kennen dieses Prinzip, wenn sie ein Doppelkonzert spielen, etwa Mozarts Konzert für Flöte und Harfe, Mendelssohns Konzert für Violine und Klavier, Brahms’ Konzert für Violine und Violoncello und viele andere.
In diesem Fall stellte ich mir eine Partitur vor, in der sich zwei Solisten überkreuzen und durch ihren Klang auf majestätische Weise zwei weit voneinander entfernte Kulturen verkörpern. Die Suona, die während der Ming-Dynastie (1368–1644) zu besonderer Bedeutung gelangte und als Instrument schlechthin galt, insbesondere aufgrund ihrer Verwendung in der Militärmusik, bevor sie mit der Volksmusiktradition in Verbindung gebracht wurde, ist zweifellos die Königin der traditionellen chinesischen Instrumente. Dies verdankt sie ihrer Fähigkeit, zugleich Kraft und Zartheit, Stärke und Sanftheit, Klarheit und Vielfalt auszudrücken. Sie ähnelt in gewisser Weise der italienischen Ciaramella, einer Art Oboe, besitzt jedoch einen unverwechselbaren und unnachahmlichen Klang.
Das Klavier ist das Instrument schlechthin der westlichen klassischen Musik, dank des gewaltigen Repertoires, das sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts um es herum entwickelt hat, und dank seiner Vollständigkeit, die es ihm ermöglicht, sowohl solistisch aufzutreten als auch mit jedem anderen Instrument in einen Dialog zu treten. Suona Fortissimo! Konzert für Suona, Klavier und Orchester zu komponieren, bedeutete für mich, einen Dialog zwischen zwei Kulturen zu gestalten, indem ich bei ihren weit zurückreichenden Wurzeln ansetzte und eine Möglichkeit erfand, sie miteinander zu verweben, ähnlich dem Flechten eines Korbes aus Weidenruten.
Mitunter gab die chinesische Tradition den Prozess vor, mit Skalen und Rhythmen östlichen Ursprungs. Zu anderen Zeiten war die westliche Musik der wichtigste Bezugspunkt. Häufig regten der charakteristische Klang der Suona und ihre Tendenz, zwischen den Tönen Glissandi hervorzubringen, zusammen mit den modalen Skalen der asiatischen Welt, eine Hinwendung zum Jazz an. Der Jazz erwies sich dabei als eine wunderbare kulturelle Brücke, als ein zusätzlicher Faden, den es in dieses Gewebe einzuflechten galt – vielleicht ein blauer –, für diese freudvolle und intensive Begegnung der Kulturen.
(Nicola Campogrande, April 2026)
Uraufführung
Uraufführung: Shenzhen/China (Belt and Road Festival), 11. September 2026
Auftragswerk des Teatro Comunale di Bologna und des Shenzhen „Belt and Road“ International Music Festival, unterstützt von der Chinese University of Hong Kong, Shenzhen