Udo Zimmermann

1943–2021, Dresden

„Heute den Blickwinkel auf die Musik der Gegenwart zu erweitern, bedeutet Grenzüberschreitung und Erfindung neuer Ordnungsprinzipien in einem lebendigen Chaos, wie in Jorge Luis Borges' Erzählung vom Garten der Pfade, die sich verzweigen. Während man darin umhergeht, entstehen neue Wege, wobei jener ein Garten der Zeit ist, in dem unterschiedliche Zukünfte nebeneinander wachsen und man niemals recht weiß, in welchem man sich gerade befindet."

Udo Zimmermann, Geleitwort zum ersten musica viva-Saisonprogramm, 1997/98
Auszeichnungen
1972/73 · Hanns-Eisler-Preise von Radio DDR
1991 · Kritikerpreis „Musik", Verband der Deutschen Kritiker Berlin
1993 · Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
2008 · Offizier des „Ordre des Arts et des Lettres"
Mehrfacher Preisträger der „Komponisten-Tribüne" der UNESCO Paris
Mitgliedschaften
Seit 1983 · Akademie der Künste Berlin-Brandenburg (Direktor der Sektion Musik)
Seit 1983 · Freie Akademie der Künste Hamburg
Seit 1993 · Sächsischer Kultursenat
Freie Akademie der Künste zu Leipzig
Sächsische Akademie der Künste (Präsident, ab 2008)
Dirigentische Stationen & Positionen
Dresdner Staatsoper (1970–1984) Oper Bonn (1985–1990) Oper Leipzig (1990–2001) Deutsche Oper Berlin (2001–2003) Musica Viva, BR (ab 1997) Hellerau, Dresden (ab 2003)
Biografie
1943
Am 6. Oktober in Dresden geboren
1954–1962
Sängerknabe des Dresdner Kreuzchores
1962–1968
Studium an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber" in Dresden (Komposition, Dirigieren und Gesang)
1968–1970
Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin
1970–1984
Komponist und Dramaturg an der Dresdner Staatsoper
1972/73
Hanns-Eisler-Preise von Radio DDR
1974
Gründer und Leiter des Studios „Neue Musik" (Staatsoper Dresden / Radio DDR)
1976
Verpflichtung an die Dresdner Musikhochschule
seit 1978
Professur für Komposition an der Dresdner Musikhochschule
seit 1979
Dirigententätigkeit mit allen großen europäischen Orchestern, u.a. den Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, der Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg; Gastdirigent an den Opernhäusern in Wien, Hamburg, München und Bonn
seit 1982
Professur für Musiktheater in Dresden
seit 1983
Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Freien Akademie der Künste Hamburg
1985–1990
Leiter der „Werkstattbühne für zeitgenössisches Musiktheater" an der Oper Bonn
seit 1986
Leiter des „Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik"
seit 1988
Künstlerischer Leiter des „musica-viva-ensemble" Dresden
seit 1990
Präsident des Kuratoriums der Stiftung Kulturfonds Berlin
1990–2001
Intendant der Oper Leipzig
1991
Kritikerpreis „Musik", Verband der Deutschen Kritiker Berlin
1991/95
Composer in Residence bei den Salzburger Festspielen
1993
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland; Mitglied des Sächsischen Kultursenats
ab 1997
Künstlerischer Leiter der „Musica Viva"-Konzerte des Bayerischen Rundfunks
2001–2003
Generalintendant der Deutschen Oper Berlin
ab 2003
Intendant des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau, Dresden
2008
Offizier des „Ordre des Arts et des Lettres"; Präsident der Sächsischen Akademie der Künste
2021
Am 22. Oktober nach langer Krankheit in Dresden verstorben