Adriana Hölszky

*1953, Bukarest

„Waren es vor allem ihre Bühnenwerke, ihre solistisch – etwa mit Mundharmonika oder Klarinettenduo – oft ungewöhnlich besetzten Instrumentalkonzerte, ihre spektakulären Raumkompositionen für große Chöre oder vielköpfige Schlagzeugensembles, die für wachsenden internationalen Erfolg sorgten, so verdankt sich ihre Reputation nicht weniger einer Fülle von kleiner besetzten Werken verschiedenster Genres."

Michael Zwenzner, Festival Klangspuren Schwaz 2021

Adriana Hölszky wurde am 30. Juni 1953 in Bukarest geboren. Sie studierte Komposition bei Stefan Niculescu an der Musikhochschule Bukarest und setzte nach ihrer Übersiedlung in die BRD ihre Ausbildung bei Milko Kelemen an der Musikhochschule Stuttgart fort. Als Pianistin war sie Mitglied des Lipatti-Trios, das Preise bei internationalen Kammermusikwettbewerben in Florenz (1978) und Colmar (1980) gewann.

Nach ihrem Studium begann sie ihre Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Stuttgart. 1997 wurde sie als Professorin für Komposition an die Musikhochschule Rostock berufen, und von 2000 bis 2013 hatte sie eine ordentliche Professur an der Universität Mozarteum Salzburg inne.

Hölszkys Werke wurden bei internationalen Festivals von renommierten Orchestern, Chören und Ensembles aufgeführt, darunter dem Dänischen und Finnischen Radio-Sinfonieorchester, dem Tokyo Symphony Orchestra und dem Ensemble Modern. Ein Schwerpunkt ihres Schaffens liegt im Musiktheater. Ihre erste Oper, Bremer Freiheit (1988), basierend auf dem gleichnamigen Schauspiel von Rainer Werner Fassbinder, wurde bei der Münchener Biennale uraufgeführt und später bei den Wiener Festwochen und dem Helsinki Festival gezeigt. Weitere bedeutende musiktheatralische Werke sind Die Wände (1995), Der gute Gott von Manhattan nach dem Hörspiel von Ingeborg Bachmann (2004) und Die Bösen Geister nach dem Roman von Fjodor Dostojewskij (2014). Zudem entstanden die Ballette Deep Field (2014) und Roses of Shadow (2016), beide im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein.

Ihr Gesamtwerk umfasst nahezu einhundert Kompositionen, darunter Orchesterwerke, Chorwerke, Kammermusik und Werke mit Live-Elektronik.

Auszeichnungen
1981 · Gaudeamus-Preis
2003 · Bach-Preis der Stadt Hamburg
2019 · Louis Spohr Musikpreis für das Gesamtwerk
2024 · Robert Schumann-Preis für Dichtung und Musik
Mehrfach Preis der Deutschen Schallplattenkritik
Mitgliedschaften
Seit 2002 · Akademie der Künste, Berlin
Seit 2003 · Bayerische Akademie der Schönen Künste
Ausgewählte Werke & Uraufführungen
Bremer Freiheit (1988) Die Wände (1995) Der gute Gott von Manhattan (2004) Deep Field (2014) Die Bösen Geister (2014) Roses of Shadow (2016)