Tuvan Songbook
[2Vl,Va,Vc] 2016/2020 Dauer: 19'
Beschreibung
Es war die Praxis des Khöömii (Kehlkopfgesangs), die mich – in der Folge mehrerer Workshops mit Michael Ormiston – zuerst zur Musik der Tuwa hinzog. Bei der Komposition dieses ‚Songbooks‘, dem ersten einer Reihe von Auftragswerken des Ligeti Quartetts, nutzte ich die Gelegenheit, über kompositorische Fragen im Zusammenhang mit der Transkription und dem Arrangement bereits bestehender Musik nachzudenken und stellte mir häufig die Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Ausgangsmaterial und neuem Inhalt? Natürlich variiert das Verhältnis von Stück zu Stück und von Moment zu Moment: Manchmal scheinen wir einen Blick auf die reine, ursprüngliche Musik erhaschen zu können, aber die meiste Zeit gibt es unterschiedliche Abstufungen der Entfernung von ihr, der Bewegung auf sie zu oder von ihr weg.
Die traditionellen tuwinischen Lieder, die ich transkribiert und neu komponiert habe, befinden sich alle auf der CD des Ensembles Ay-Kherel The Music of Tuva: Throat Singing and Instruments from Central Asia” (2004, Arc Music). Dem Booklet dieser CD zufolge geht es in den Liedern um Folgendes:
1. Dyngylday: „Wenn du auf einem blauen Pferd kommst, heißt das nicht, dass du der Beste bist. Mein Herz sagt mir etwas anderes: Mein Liebster hat kein so schönes Pferd, aber er ist mein Liebling.“ [Eine alternative Interpretation vom Alash Ensemble (alashensemble.com): „Das Wort dyngyldai ist ein unsinniger Begriff, für den es keine Übersetzung gibt. Das Lied macht sich gut gelaunt über jemanden lustig, der ein Taugenichts ist.”]
2. Eki Attar (‚Die besten Pferde‘): „Das Pferd ist die Grundlage unseres Lebens. Es ist ein magisches Geschöpf. Sogar sein Schritt ist voller Musik und Rhythmus. Du bist vielleicht kein Reiter, aber wenn du dieses Lied hörst, wirst du immer an Pferde erinnert.“
3. Kuda Yry: „Dieses Hochzeitslied verherrlicht die Stärke des Bräutigams und die Schönheit seines Pferdes.“
4. Ezir-Kara (‚Schwarzer Adler‘): „Dies war der Name eines Pferdes, das durch seine bemerkenswerte Kraft und Schnelligkeit zu einer Legende wurde.“
Es sind nicht nur Obertöne, die hier zu hören sind: Es gibt jede Menge galoppierende Rhythmen, und obwohl ich kein Reiter bin, habe ich versucht, beim Komponieren dieser Stücke die Pferde in meiner Vorstellung galoppieren zu lassen.
Christian Mason (2018)
EB 9243
Partitur
EAN: 9790004185438
40 Seiten / 23 x 30.5 cm / 173 g / geheftet
EB 9243D
Partitur
EAN: 9790004814659
41 Seiten / 23 x 30.5 cm / Digitale Ausgabe
EB 9244
Stimmensatz
EAN: 9790004185445
92 Seiten / 23 x 30.5 cm / 365 g / Mappe
EB 9244D
Stimmensatz
EAN: 9790004814666
92 Seiten / 23 x 30.5 cm / Digitale Ausgabe
MM 2385423
Mietmaterial
Fassung für Streichorchester
Beschreibung
Beschreibung
Es war die Praxis des Khöömii (Kehlkopfgesangs), die mich – in der Folge mehrerer Workshops mit Michael Ormiston – zuerst zur Musik der Tuwa hinzog. Bei der Komposition dieses ‚Songbooks‘, dem ersten einer Reihe von Auftragswerken des Ligeti Quartetts, nutzte ich die Gelegenheit, über kompositorische Fragen im Zusammenhang mit der Transkription und dem Arrangement bereits bestehender Musik nachzudenken und stellte mir häufig die Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Ausgangsmaterial und neuem Inhalt? Natürlich variiert das Verhältnis von Stück zu Stück und von Moment zu Moment: Manchmal scheinen wir einen Blick auf die reine, ursprüngliche Musik erhaschen zu können, aber die meiste Zeit gibt es unterschiedliche Abstufungen der Entfernung von ihr, der Bewegung auf sie zu oder von ihr weg.
Die traditionellen tuwinischen Lieder, die ich transkribiert und neu komponiert habe, befinden sich alle auf der CD des Ensembles Ay-Kherel The Music of Tuva: Throat Singing and Instruments from Central Asia” (2004, Arc Music). Dem Booklet dieser CD zufolge geht es in den Liedern um Folgendes:
1. Dyngylday: „Wenn du auf einem blauen Pferd kommst, heißt das nicht, dass du der Beste bist. Mein Herz sagt mir etwas anderes: Mein Liebster hat kein so schönes Pferd, aber er ist mein Liebling.“ [Eine alternative Interpretation vom Alash Ensemble (alashensemble.com): „Das Wort dyngyldai ist ein unsinniger Begriff, für den es keine Übersetzung gibt. Das Lied macht sich gut gelaunt über jemanden lustig, der ein Taugenichts ist.”]
2. Eki Attar (‚Die besten Pferde‘): „Das Pferd ist die Grundlage unseres Lebens. Es ist ein magisches Geschöpf. Sogar sein Schritt ist voller Musik und Rhythmus. Du bist vielleicht kein Reiter, aber wenn du dieses Lied hörst, wirst du immer an Pferde erinnert.“
3. Kuda Yry: „Dieses Hochzeitslied verherrlicht die Stärke des Bräutigams und die Schönheit seines Pferdes.“
4. Ezir-Kara (‚Schwarzer Adler‘): „Dies war der Name eines Pferdes, das durch seine bemerkenswerte Kraft und Schnelligkeit zu einer Legende wurde.“
Es sind nicht nur Obertöne, die hier zu hören sind: Es gibt jede Menge galoppierende Rhythmen, und obwohl ich kein Reiter bin, habe ich versucht, beim Komponieren dieser Stücke die Pferde in meiner Vorstellung galoppieren zu lassen.
Christian Mason (2018)
Inhaltsverzeichnis
| 1. | Dyngylday |
| 2. | Eki Attar |
| 3. | Kudy Yry |
| 4. | Ezir-Kara |
Uraufführung
Uraufführung der Originalfassung: London/Großbritannien, 10. Mai 2016
Uraufführung der Fassung für Streichorchester: Clermont-Ferrand/Frankreich, 8. Oktober 2020