Beschreibung
Obertöne strömen hervor … Glühen vor Hitze … Hohe Obertöne
wie Lichtfunken … Dunkle, tiefe Töne werden hell …
Incandescence ist ein Solo-Cellostück, das aus der melodischen Erforschung der natürlichen Obertöne der C- und A-Saiten entstanden ist. Ich verstehe das Stück als Meditation über die geheimnisvolle Fremdartigkeit der Natur, wie sie durch den Filter der Vorstellungskraft wahrgenommen wird. Der melodische Stil wurde insbesondere von Aufnahmen von Buckelwalgesängen und tuwinischem Khoomeï-Kehlkopfgesang beeinflusst, die ich zu dieser Zeit (ca. 2010/11) bei Michael Ormiston studierte. Aus dem Khoomeï stammt die allgegenwärtige Präsenz von Borduntönen und der harmonischen Reihe als melodische Quelle; aus dem Walgesang der häufige Einsatz von Glissandi, breitem Vibrato und quasi-motivischen Melodiefragmenten. Die Absicht war jedoch nie direkt gegenständlich, und das Werk – weder Wal noch Gesang – wird zu etwas Neuem und Einzigartigem an sich. Diese Transformation einer Realität in eine andere erinnert mich an etwas, das Gerhard Richter einmal gesagt hat: „Man möchte verstehen, was man sieht, was da ist, und versucht, daraus ein Bild zu machen. Später erkennt man, dass man die Realität überhaupt nicht darstellen kann – dass das, was man schafft, nichts als sich selbst darstellt und daher selbst Realität ist.“ (Interview mit Rolf Schön, 1972)
(Christian Mason, 2025)
EB 9584
EAN: 9790004190777
16 Seiten / 25 x 32 cm / 101 g / geheftet
EB 9584D
EAN: 9790004823880
11 Seiten / 25 x 32 cm / Digitale Ausgabe
Beschreibung
Obertöne strömen hervor … Glühen vor Hitze … Hohe Obertöne
wie Lichtfunken … Dunkle, tiefe Töne werden hell …
Incandescence ist ein Solo-Cellostück, das aus der melodischen Erforschung der natürlichen Obertöne der C- und A-Saiten entstanden ist. Ich verstehe das Stück als Meditation über die geheimnisvolle Fremdartigkeit der Natur, wie sie durch den Filter der Vorstellungskraft wahrgenommen wird. Der melodische Stil wurde insbesondere von Aufnahmen von Buckelwalgesängen und tuwinischem Khoomeï-Kehlkopfgesang beeinflusst, die ich zu dieser Zeit (ca. 2010/11) bei Michael Ormiston studierte. Aus dem Khoomeï stammt die allgegenwärtige Präsenz von Borduntönen und der harmonischen Reihe als melodische Quelle; aus dem Walgesang der häufige Einsatz von Glissandi, breitem Vibrato und quasi-motivischen Melodiefragmenten. Die Absicht war jedoch nie direkt gegenständlich, und das Werk – weder Wal noch Gesang – wird zu etwas Neuem und Einzigartigem an sich. Diese Transformation einer Realität in eine andere erinnert mich an etwas, das Gerhard Richter einmal gesagt hat: „Man möchte verstehen, was man sieht, was da ist, und versucht, daraus ein Bild zu machen. Später erkennt man, dass man die Realität überhaupt nicht darstellen kann – dass das, was man schafft, nichts als sich selbst darstellt und daher selbst Realität ist.“ (Interview mit Rolf Schön, 1972)
(Christian Mason, 2025)
Uraufführung
Uraufführung: Snape Maltings/Großbritannien, Concert Hall, 21. Juni 2011
Auftragswerk des Aldeburgh Festivals
Diskografie
Octandre Ensemble
CD Winter & Winter 910 291-2