Fidelio 1814? Leonore 1805! – „Nichts ist zu lang“

Aus dem Opernkatalog von Breitkopf & Härtel präsentieren wir ein Schmuckstück: Ludwig van Beethovens einzige Oper in der ersten Fassung von 1805, als das Werk noch Leonore hieß und nicht nur in der Handlung, sondern auch im Titel auf eine Revolutionsoper aus Frankreich zurückging.

Die halbszenische Produktion des Freiburger Barockorchesters unter der Leitung von René Jacobs („Mit den richtigen Tempi fühlt sich nichts zu lang an“), der sich mit aller Entschiedenheit für die Urfassung ausspricht, hat Leonore 1805 vor kurzem so kompetent, rechtzeitig und durch die Tournee mit sieben Konzerten in sechs Ländern so überaus international zur Diskussion gestellt (in der FAZ bescheinigt Achim Heidenreich der Produktion „ungeahnte Aktualität“), dass weitere kreative Reaktionen im Beethovenjahr 2020 mit Sicherheit nicht ausbleiben werden. Dazu wird auch die Notenausgabe von Breitkopf & Härtel beitragen. Sie befindet sich auf dem neuesten Stand der Forschung und bietet zu Leonore 1805 inzwischen auch die erwähnte Introduktion WoO 2b. Und für alle, die dem Ereignis der Tournee nachspüren wollen oder nicht dabei gewesen sind, eine gute Nachricht: Leonore 1805 soll in der aktuellen Produktion auf CD erscheinen.  

Zum vollständigen Text über Leonore 1805 mit ausführlicheren Statements von René Jacobs siehe: Up to date 1-2018

Foto (Andrea Kremper, Festspielhaus Baden-Baden): Marlis Petersen (Leonore) mit den Hörnern des Freiburger Barockorchesters