Neue Orchestermusik: kürzer, einfacher und kleiner besetzt

„Höher, schneller, weiter?“ Nein: kürzer, einfacher und kleiner besetzt. Immer mal wieder und im Moment immer häufiger entsteht neue Orchestermusik unter Bedingungen, die nicht dafür geeignet sind, dass alle Register bezüglich Aufführungsdauer, Schwierigkeitsgrad und Besetzung gezogen werden können.

Glückliche Kinder und ein zufriedener Komponist (Foto: Mozarteum Salzburg): das Mozarteum Kinderorchester und Johannes Maria Staud haben gerade Fugu II aus der Taufe gehoben, ein fünfminütiges Stück in etwas erweiterter Mozart-Besetzung. Mit dieser Uraufführung am Sonntagnachmittag in Salzburg geht auch die Zeit von Marc Minkowski, dem Mitbegründer des Orchesters zu Ende. Peter Manning, Minkowskis Nachfolger, hatte als Dirigent der Uraufführung einen gelungenen Einstand – Ovationen für alle Beteiligten!

Junge Interpreten können dabei ohnehin immer eine motivierende Rolle spielen (Misato Mochizukis Nirai II, José M. Sánchez-Verdús Libro de las huidas y mudanzas por los climas del día y la noche). Aber auch Bezüge auf Musik des 18. Jahrhunderts oder auf Musikzentren mit (vor-)klassischer Tradition wie Salzburg und Schwetzingen (Manuel Hidalgos Einfache Musik) sind denkbar. Bei Isabel Mundrys Panorama ciego spielte Mozart eine zentrale Rolle. 2015 orientierte sich Manuela Kerer in zersplittern an Schuberts Oktettbesetzung – und letztlich knüpft auch Johannes Maria Staud wieder bei Mozart an. Mit Blick auf die Uraufführung seines Fugu II begrüßen wir den österreichischen Komponisten erstmals ganz herzlich im Verlag!